Quellen & Korrekturen | BAZURU

Unsere Aussagen sollen nachvollziehbar sein. Deshalb zeigen wir, worauf sie beruhen, und korrigieren materielle Fehler transparent.

Vertrauen in einen wissenschaftlich eingeordneten Text sollte nicht davon abhängen, ob er überzeugend klingt. Leserinnen und Leser sollen nachvollziehen können, worauf zentrale Aussagen beruhen und wie BAZURU mit Fehlern oder neuer Evidenz umgeht.

Diese Seite beschreibt unseren öffentlichen Umgang mit Quellen, Aktualisierungen und Korrekturen.

Welche Quellen wir bevorzugen

Für wissenschaftliche Kernaussagen arbeiten wir nach Möglichkeit mit Originalpublikationen und hochwertigen wissenschaftlichen Gesamtsichten. Je nach Frage können auch Leitlinien, offizielle Statistiken, Gesetze oder Informationen zuständiger Schweizer Behörden die richtige Primärquelle sein.

Eine Quelle passt dann, wenn sie die konkrete Aussage tatsächlich tragen kann. Eine Studie über Erwachsene ist zum Beispiel kein direkter Beleg für Kinder. Eine behördliche Empfehlung beantwortet eine andere Frage als eine Wirksamkeitsstudie. Eine Medienmeldung über Forschung ersetzt die zugrunde liegende Publikation nicht.

Wo eine Aussage von Details in Methoden oder Ergebnissen abhängt, reicht uns eine Kurzfassung allein nicht als Grundlage.

Wie Quellen im Artikel erscheinen

Zentrale überprüfbare Aussagen sollen dort belegt sein, wo sie im Text vorkommen. So lässt sich erkennen, welche Quelle zu welcher Aussage gehört.

Am Ende eines Artikels führen wir die verwendeten Quellen nachvollziehbar auf.

Quellenangaben sind für uns kein dekorativer Anhang. Sie gehören zur Begründung des Textes.

Was eine Quellenangabe nicht bedeutet

Eine zitierte Studie macht eine Aussage nicht automatisch richtig. Entscheidend bleibt, ob die Studie zur Frage passt, welche Grenzen sie hat und wie sie im Verhältnis zur übrigen Evidenz steht.

Deshalb kann ein BAZURU Text mehrere Quellen zu derselben Frage berücksichtigen und dennoch zu einer vorsichtigen Einordnung kommen. Ebenso kann eine einzelne hochwertige Quelle für eine sehr spezifische Aussage geeigneter sein als eine lange Liste nur lose passender Publikationen.

Die Zahl der Quellen ist kein Qualitätsmass. Ihre Passung und ihre Aussagekraft sind wichtiger.

Wenn Forschung widersprüchlich ist

Wissenschaftliche Literatur ist nicht immer einheitlich. Unterschiedliche Methoden, Populationen oder Messungen können zu verschiedenen Ergebnissen führen. Manchmal bleiben Widersprüche auch nach genauer Prüfung bestehen.

In solchen Fällen versuchen wir nicht, den Konflikt sprachlich zu glätten. Wir erklären, wo die Befunde auseinandergehen und welche Schlussfolgerung sich trotzdem verantworten lässt.

Wenn die vorhandene Evidenz keine klare Antwort trägt, bleibt diese Grenze im Text sichtbar.

Wenn sich der Wissensstand verändert

Ein älterer Artikel kann durch neue Studien, geänderte Leitlinien oder neue behördliche Informationen ergänzungsbedürftig werden. Das bedeutet nicht zwingend, dass die ursprüngliche Fassung falsch war.

Wenn neue Evidenz die beste aktuelle Einordnung verändert, aktualisieren wir den Text. Relevante wissenschaftliche Weiterentwicklungen behandeln wir als Update.

Bei zeitkritischen Themen kann die Aktualität selbst Teil der Aussage sein. Ein Artikel sollte deshalb immer im Kontext seines Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatums gelesen werden.

Wenn wir einen Fehler gemacht haben

Auch bei sorgfältiger Recherche können Fehler passieren. Entscheidend ist, wie eine Redaktion damit umgeht.

Stellen wir einen materiellen Fehler fest, korrigieren wir die betroffene Aussage. Wenn die Korrektur die Interpretation oder eine mögliche Entscheidung der Leserinnen und Leser relevant verändert, kennzeichnen wir sie transparent.

Wir unterscheiden dabei zwischen einer Korrektur und einem Update. Eine Korrektur berichtigt etwas, das in der veröffentlichten Fassung falsch oder irreführend war. Ein Update berücksichtigt neue Informationen, die nach der Veröffentlichung hinzugekommen sind.

Materielle Änderungen sollen nicht so aussehen, als hätte es die frühere Fassung nie gegeben.

Kleine redaktionelle Änderungen

Nicht jede Änderung braucht einen Korrekturhinweis. Rechtschreibung, Zeichensetzung, Formatierung oder sprachliche Präzisierungen ohne Einfluss auf die Aussage können wir still verbessern.

Sobald eine Änderung jedoch den Sinn, die wissenschaftliche Einordnung oder die praktische Schlussfolgerung verändert, behandeln wir sie als inhaltliche Änderung.

Hinweise von Leserinnen und Lesern

Wenn Ihnen eine mögliche sachliche Ungenauigkeit, eine problematische Quelle oder eine veraltete Angabe auffällt, können Sie uns über die auf der Website angegebene Kontaktmöglichkeit darauf hinweisen.

Hilfreich sind die URL des Artikels, die betroffene Passage und, falls vorhanden, eine Quelle oder kurze Begründung. Wir prüfen solche Hinweise nach ihrer inhaltlichen Relevanz. Eine Meldung führt nicht automatisch zu einer Änderung, aber sie soll nachvollziehbar geprüft werden.

Unabhängigkeit bleibt auch bei Quellen wichtig

Eine Quelle kann ein Interesse am Ergebnis haben. Finanzierung, institutionelle Rollen oder andere Interessenkonflikte können deshalb für die Einordnung relevant sein.

Solche Interessen machen Forschung nicht automatisch falsch. Sie können aber beeinflussen, wie stark ein einzelner Befund gewichtet werden sollte. Wo ein Interessenkonflikt für die Aussage relevant ist, beziehen wir ihn in die Bewertung ein.

Kommerzielle Interessen dürfen bei BAZURU nicht bestimmen, welche wissenschaftliche Schlussfolgerung veröffentlicht wird.

Unser Grundsatz

Eine gute Quellenpraxis soll Leserinnen und Leser nicht mit Literatur überhäufen. Sie soll eine einfache Frage beantworten: Kann ich nachvollziehen, warum BAZURU diese Aussage macht?

Und wenn sich diese Aussage später als falsch, zu stark oder überholt erweist, soll ebenso nachvollziehbar sein, was geändert wurde und warum.